Die aktuell diskutierte steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist aus Sicht des Fachverbandes WiG – Wohnen in Gemeinschaft ein politisches Signal. Gleichzeitig weist der Verband darauf hin, dass die Maßnahme ein grundlegendes strukturelles Problem im Pflegesystem offenlegt.
Im Bereich des gemeinschaftlichen Wohnens und der ambulanten Versorgung sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Vergütungsfindung klar definiert:
– Personalkosten unterliegen regulatorischen Vorgaben der Kranken- und Pflegekassen
– Vergütungen sind verhandelt oder festgelegt
– zusätzliche Leistungen sind nicht automatisch refinanziert
Aus Sicht des Verbandes entsteht daraus ein struktureller Widerspruch:
„Politisch formulierte Erwartungen treffen auf ein System, das deren Umsetzung strukturell nicht zulässt. Dieser Zielkonflikt wird bislang nicht ausreichend adressiert“, so Hasenau.
Für Träger in der Pflege bedeutet dies eine doppelte Verantwortung:
Einerseits gegenüber den Mitarbeitenden, die zu Recht Wertschätzung und Anerkennung erwarten.
Andererseits gegenüber den betreuten Menschen, die auf eine stabile und verlässliche Versorgung angewiesen sind.
Der Fachverband WiG warnt davor, diesen Zielkonflikt durch kurzfristige Maßnahmen zu überdecken:
Vor diesem Hintergrund fordert der Verband eine klare politische Auseinandersetzung mit der langfristigen Finanzierbarkeit zusätzlicher Leistungen im Pflegesystem: